Pressekonferenz am 15.07.2021

Droht das „Atomzentrum OWL“ mit einem„3 in 1-Lager“ Würgassen?

Die Entscheidung der BGZ, Würgassen zum logistischen Mittelpunkt der Atommüllentsorgung machen zu wollen wirft ebenso viele Fragen auf wie das Handeln und Agieren der Bundesgesellschaft in den letzten 1 ½ Jahren. Unterstellt man weder Willkür noch Unvermögen, stellt sich die Frage nach den Zielen des Essener Unternehmens.

 

Der Vorstand des e.V. hat in den letzten Wochen umfangreiche Recherche betrieben um aus vielen „Puzzlestücken“ ein Bild herstellen zu können – und dass was sich abzeichnet, lässt aufhorchen! Als These kommen wir zu folgenden Schluss:

 

Funktion als Logistikzentrum

Würgassen könnte zunächst als „Logistikzentrum KONRAD“ fungieren – so wie aktuell publiziert. Das diese milliardenschwere Einrichtung ab ca. 2055, wenn KONRAD gefüllt ist, zur grünen Wiese zurück gebaut oder gar an die Stadt Beverungen „verschenkt“ wird, obwohl die Aufgabe der Atommüllentsorgung auch zu diesem Zeitpunkt weiter ansteht, ist im höchstem Maße zweifelhaft – denn: auch wenn KONRAD 303 TSD m³ Atomschrott aufgenommen hat werden weitere 200 TSD m³ Atommüll aus das Asse und 100 TSD m³ weitere Abfälle aus der Urananreicherung auf die Zuführung in ein Endlager warten.

 

Funktion als Bundeszwischenlager

Genau dann könnte die zweite Aufgabe für Würgassen anstehen: Durch eine Erhöhung der Kapazität auf 100 – 150 TSD m³ (was aufgrund der baulichen Größe absolut realistisch ist), könnte Würgassen gemeinsam mit dem Zwischenlager Asse sämtliche schwach-/mittelradioaktive Abfälle Deutschlands aufnehmen.   

 

Funktion als Bereitstellungslager für das Endlager

Ab Ende der 2050er Jahre soll zudem das neue Endlager zur Verfügung stehen. Die in Asse und Würgassen gelagerten Abfälle müssen in Folge dem neu gefundenen Endlager zugeführt werden. Hier könnte Würgassen, wie zuvor für KONRAD auch, als neuerliches Bereitstellungslager für das Endlager dienen.

 

Endlager in Nordhessen

Das weitere Endlager für schwach-/mittelradioaktive Abfälle bedingt Salz als Gestein. Grund hierfür sind die Abfälle aus der Asse. Folgt man dem politischen Gedanken der Lastenteilung, nachdem der Atommüll auf mehrere Bundesländer verteilt gelagert werden soll und schaut sich die aktuelle Karte der Bundesgesellschaft für Endlagerung an, könnte das neue Endlager in Nordhessen, ganz in der Nähe von Würgassen als Bereitstellungslager errichtet werden.

 

Damit würde das Dreiländereck über die nächsten 100 Jahre zum neuen „Atomzentrum“ Deutschlands.

 

Die Basis für diese These bildet unsere umfangreiche Recherche. Die Aufzeichnung der Presskonferenz inkl. Vortrag zum Thema steht auf auf unserem YouTube-Kanal zur Verfügung.

 

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