Demonstration am 23.04.2022

Ca. 700 Teilnehmer setzen beim Protestmarsch „Laut gegens LoK“ einen langen und breiten Fußabdruck in die Stadt

„Noch ist nichts entschieden, noch nicht einmal beantragt. Aktuell reduziert sich das Vorhaben ‚Zentrales Bereitstellungslager‘ lediglich auf eine Idee, welche realisiert werden soll. Mehr nicht - jedoch auch nicht weniger“ 

 

Mit diesen Worten eröffnete Dirk Wilhelm, Vorsitzender vom Verein Atomfreies 3-Ländereck seine Rede, in der er noch einmal die Mängel und Defizite, sowie bisher unveröffentlichte Fakten zum ZBL und nicht zuletzt auch auf die positiven Möglichkeiten am Standort Würgassen einging. 

 

Vorausgegangen war ein eindrucksvoller Protestmarsch von Lauenförde aus über die Weserbrücke durch Beverungen. Dieser wurde von einem „Atommüll-Transport“ angeführt. Ca. 700 Teilnehmer zählte die Polizei, welche zur Verkehrssicherung vor Ort gewesen ist.

 

Als Gastredner bei der Abschlusskundgebung auf dem Sportplatz am Hakel konnten Beverungens Bürgermeister Hubertus Grimm, der stellv. LR des Landkreis Holzminden Gerd Henke, MdB Christian Haase (CDU), MdB Robin Wagener (B90/Grüne) und MdB Johannes Schraps (SPD) begrüßt werden. Diese sprachen über ihre politische Arbeit in der Sache, sowie über weitere Hintergründe rund um das Vorhaben. Dabei fanden die Redner auch immer wieder lobende Worte für die kompetente und engagierte Arbeit der BI.

 

Zum Abschluss ließen „Die Kellergeister“ es dann noch einmal richtig krachen und sorgten mit einem knapp einstündigen Konzert für einen stimmungsvollen Abschluss der Veranstaltung.

 

Der Vorstand des Vereins Atomfreies 3-Ländereck bedankt sich bei allen Teilnehmern für diesen sehr erfolgreichen Tag und die insgesamt gelungene Protestaktion in geradezu familiärer Atmosphäre! 

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2022-04-23 Handout Redebeitrag Protestma
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☢️ Bereitstellungslager für Schacht Konrad ☢️

 

Willkürliches Auswahlverfahren, Vorgaben der Entsorgungskommission des Bundes (ESK) und des Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) werden missachtet, Standortmängel werden ignoriert:

Das alles ist nicht nur die Einschätzung durch uns als Bürgerinitiative. Mit Prof. Dr. Klaus Töpfer und Jürgen Trittin sprechen gleich zwei ehemalige Bundesumweltminister aus völlig unterschiedlichen politischen Lagern von zerstörtem Vertrauen, sowie vom Vorgehen mit der Brechstange und fordern das Verfahren „Zentrales Bereitstellungslager“ auf null zu setzen. Jürgen Trittin hält den Standort Würgassen aufgrund seiner Mängel gar „für tot“.

 

Dennoch hält die Bundesregierung bis heute am Vorhaben in Würgassen fest. Politisch motiviert, würde die Entsorgung von 90% aller radioaktiven Abfälle Deutschlands damit teurer als nötig und weniger sicher als möglich.

Mit uns kann man‘s ja machen? Von wegen!


Am Samstag, den 23.04.22 wollen wir uns gemeinsam für unsere Rechte gehör verschaffen! Wir haben einen Protestmarsch inkl. „Atommüll-Transport“ organisiert, Gastredner eingeladen, Live-Musik dabei (Punkrock u.a. mit Liedern der Toten Hosen) und noch weitere Überraschungen vorbereitet. Fest steht:

👉🏻 ES WIRD LAUT! Empfindliche Gemüter und Kinder sollten Gehörschutz tragen.


Pressemitteilung vom 12.04.2022

Atommüllzentrum im Tourismusgebiet Weserbergland

Werden Deutschlands beliebteste Radwege künftig aufgrund drohender Atommülltransporte gemieden und Touristen fernbleiben?

 

Durch die Entscheidung der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ), direkt im Tourismus- und Erholungsgebiet Weserbergland Deutschlands erstes Bereitstellungslager für ein Atommüllendlager zu errichten, dürfte die ohnehin schon strukturschwache Region über mehrere Jahrzehnte nachhaltig geschädigt werden. Dabei hatte sich das Weserbergland in den vergangenen Jahren gemausert und erfolgreich touristische Strukturen, insbesondere durch attraktive Ziele an den Radwegen entlang der Weser und weiterer Flüsse, aufgebaut.

 

Leider teilen mehrere dieser, als beliebteste Radwege Deutschlands ausgezeichnete, Strecken künftig ein Schicksal: Streckenabschnitte, sogar ganze Tagestouren, verlaufen entlang der Atommüllroute, welche nach dem Willen der BGZ in Kürze an der Weser entstehen soll. Zur Pressemitteilung.

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Faktencheck

  1. Kein Beweis der Notwendigkeit,
  2. mangelhafte Standortauswahl,
  3. ein Ergebnis ohne qualifizierten Vergleich,
  4. vier Ausschlusskriterien gebrochen

Unser Faktencheck belegt belastbar wie willkürlich und wenig verantwortungsvoll das Vorhaben Zentrales Bereitstellungslager / Logistikzentrum Konrad in Würgassen ist. Hier geht es zum Faktencheck.

 


Pressemitteilung vom 22.03.2022

Stellungnahme zur Antwort des BMUV

zur kleinen Anfrage zum geplanten Bereitstellungslager in Würgassen,

BT-Drucksache 20/858

  

Antworten aus dem BMUV sind lückenhaft, unzureichend und zeugen von mangelndem Interesse 

 

Die Antworten aus dem Bundesumweltministerium auf die kleine Anfrage der Fraktion der CDU/CSU zeugen von mangelndem Interesse an den vielfach benannten Defiziten der Standortherleitung durch die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) und den vielfältigen Standortmängeln in Würgassen.

 

Diesbezüglich hat die Bürgerinitiative bereits vor einiger Zeit drei Folienpakete zum Faktencheck zusammengestellt, welche unter anderem Steffi Lemke übermittelt wurden und die jetzt unter www.atomfreies-dle.de/fakten öffentlich zugänglich sind.

 

Hier geht es zur Pressemitteilung im Detail.

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Nachruf zum Tod von Jochen Stay

Der langjährige Anti-Atom-Aktivist Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt und Vorstandsmitglied der von .ausgestrahlt initiierten stiftung .atomerbe ist tot. 

 

In einer Pressemitteilung teilt .ausgestrahlt das Unfassbare mit (siehe Link unten).

 

Wir sind grade geschockt. Mit Jochen ist ein Mensch gegangen, der es zu jedem Zeitpunkt geschafft hat Dinge sachlich und neutral zu behandeln. Mit ihm geht ein ganz Großer unserer Zeit. Er hinterlässt eine Lücke, welche so schnell nicht gefüllt werden wird. Wir sind bestürzt, traurig, fassungslos. Unser Beileid gehört allen Angehörigen und Weggefährten dieses großartigen Menschen.

 

https://www.ausgestrahlt.de/.../uebe.../jochen-stay-ist-tot/


Pressemitteilung vom 14.01.2022

Logistikgutachten: Mangelndes Vertrauen in den Bund


Die Diskussionen um die Errichtung eines zentralen atomaren Bereitstellungslagers in Würgassen für das Endlager Konrad in Salzgitter gehen weiter.

 

Hierzu fand am 13.01.22 eine Videokonferenz auf Einladung der Landesregierungen Niedersachsen und NRW statt. Erfreulich ist, dass neben den Ministern Olaf Lies und Karl-Josef Laumann, den Vertretern des Landtages, den regionalen Politikern und kommunalen Vertretern auch die Bürgerinitiativen teilnehmen konnten. Zum Inhalt


Pressemitteilung vom 13.01.2022

BGZ stapelt bei Hochwassergefahren bewusst tief - wenig transparente Information der Öffentlichkeit durch die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung

 

Aktuell spricht die BGZ in Bezug auf die Publikation der Hochwassergefahren am Standort Würgassen von „billigen Aktionismus“. Damit begeht die in Essen angesiedelte GmbH im Eigentum des Bundes erneut den Fehler, die Öffentlichkeit beim Thema wenig verantwortungsvoll zu informieren. Für uns Anlass genug, für eine wissenschaftliche Darlegung von Fakten zu sorgen.

 

Laut Auskunft der Bezirksregierung Detmold auf Anfrage von Atomfreies 3-Ländereck e.V. basiert die unten abgebildete Hochwasserkarte „HQextrem“ auf einer angenommenen Ablaufwassermenge von 2332 Kubikmeter pro Sekunde, was dem Pegel eines 1.000jährigen Hochwassers entspricht. Das von Prof. Dr. Jürgen Jensen erstellte Hochwassergutachten im Auftrag der BGZ fußt derweil auf einer angenommenen Ablaufwassermenge von 2880 m3/s, was dem Pegel eines 10.000jährigen Hochwasserereignisses entspricht. Das Gutachten der BGZ benennt dabei eine Überflutung von lediglich 15cm auf dem Gelände des ehemaligen AKW Würgassen und die BGZ beteuert, dass für dieses Szenario die Standortsicherheit hergestellt werden wird. Zuletzt äußerte der Bereichsleiter der BGZ, Herr Dr. Drotleff, in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hofgeismar am 25.10.21, dass allein durch gießen der Bodenplatte für das ZBL/LoK die Hochwassersicherheit hergestellt sei.

 

Dabei ist diese Aussage ein erneutes Beispiel dafür, wie wenig transparent die Informationspolitik der Bundesgesellschaft ist. Gilt diese Aussage doch nur für das Areal des ehemaligen Kernkraftwerks, welches bereits in den sechziger Jahren aufgeschüttet wurde und lediglich einen kleinen Teil des geplanten Baugeländes umfasst.

 

Was die BGZ weder im Gutachten, noch in den zugehörigen Pressemitteilungen benennt, zeigt die Fotomontage der BI Atomfreies 3-Ländereck e.V.. Bereits bei der günstigeren Annahme eines 1000jährigen Hochwassers zeigt sich, dass nahezu die Hälfte des geplanten Atomlagers eine Überflutung bis zu 50cm und weitere Nebeneinrichtungen wie Gleisanlagen, die Hauptpforte, der Lokschuppen und ein Werkstattgebäude bis zu einem Meter überflutet würden. Dabei ist der berücksichtigte Ablaufwert ein Beleg dafür, dass die in der von der BI verwendeten Karte aufgezeigten Überflutungen bei der BGZ-Annahme sogar noch übertroffen würden.

 

Eine um 1,25m erhöht errichtete Schaltanlage für das in Würgassen bereits vorhandene Zwischenlager, unmittelbar am geplanten Baugelände deutet es an: Die Hochwassersicherheit auf dem Gelände nord-östlich des ehemaligen AKW Würgassen wird es nicht so einfach geben. Dieses vor ca. 8 Jahren errichtete Bauwerk wurde auf einem um 1,25m erhöhtem Podest errichtet.

 

Dabei ist die nachgewiesene Hochwassergefahr am Standort ein Ausschlusskriterium beim Standortauswahlverfahren und nur ein Teil der Mängel am Vorhaben "ZBL/LoK Würgassen".

 

Wäre man den vorgegebenen Sicherheitskriterien der ESK gefolgt, hätte der Standort Würgassen für das ZBL/LoK zu keinem Zeitpunkt berücksichtigt werden dürfen.



In der Nacht vom 31.12.21 auf den 01.01.22 wurde das AKW Grohnde für immer vom Netz genommen. Während seiner 36 Jahre dauernden Betriebszeit produzierte der Reaktor radioaktive Abfälle, für deren Entsorgung kein Land der Welt in den vergangenen 60 Jahren Nutzung der Kernenergie ein nutzbares Entsorgungskonzept geschaffen hat. Während der Wasserdampf aus den Kühltürmen in der Silvesternacht versiegte, werden die Abfälle dieses Reaktors hunderttausende von Jahren strahlen

Damit ist die Abschaltung der letzten Reaktoren in Deutschland in diesem Jahr erst der Beginn eines langen Prozesses der sicheren und möglichst umweltverträglichen Entsorgung der radioaktiven Hinterlassenschaften. Dirk Wilhelm, Vorsitzender von Atomfreies 3-Ländereck e.V., nutzte die Gelegenheit um vor Ort auf den drohenden Fehlstart des Entsorgungsprozesses hinzuweisen. Zentrallager entgegen Sachargumente, Politik im Hinterzimmer und Vernachlässigung von Aspekten der Sicherheit prägen das Vorhaben in Würgassen, die versprochene „grüne Wiese“ ist auch sieben Jahre nach den für beendet erklärten Rückbau des 1996 stillgelegten AKW Würgassen weit entfernt

Ein GASTKOMMENTAR von Arno Schelle, Fredelsloh: Atommüll aus Grohnde: "Kein Ende in Sicht"

Silvester machte ich mich auf den Weg nach Grohnde an der Weser, wo das Atomkraftwerk zum Jahreswechsel abgeschaltet wurde. Gemeinsam mit etwa 120 anderen feierten wir friedlich diesen Etappensieg beim lange erkämpften Atomausstieg. Ein Triumphgefühl äußerte niemand und es wäre auch nicht angemessen, dafür bleiben zu viele Atomprobleme auf Millionen (!) Jahre ungelöst. 

 

Ein älterer Teilnehmer erzählte von der Großdemo vom März 1977, die als "Schlacht von Grohnde" in die Geschichtsbücher einging. Ein örtlicher Biobauer stellte seinen Trecker mit Anhänger als Rednertribüne zur Verfügung. Die grünen Politiker Christian Meyer, Miriam Staudte und Helge Limburg erinnerten an die ungelöste Endlagerung, an die Störfälle, die frappierende Kinderkrebsstudie und dankten allen aktiven Menschen verschiedener Berufe, die sich über die vielen Jahre gegen die Atomenergie engagiert haben. Später gab es sogar eine Gedenkminute für bereits in vier Jahrzehnten verstorbene Mitstreiter(innen). Die Schacht-Konrad-Aktiven aus Salzgitter nahmen teil, der Vorsitzender der Bürgerinitiative Atomfreies Dreiländereck, Dirk Wilhelm, warnte vor einem atomaren Dauer-Zwischenlager im nahen Würgassen. 

Kurz vor Mitternacht stimmte man ein "Bye, bye- Atomkraft"-Lied an. Ein symbolischer Abschalthebel wurde auf off bewegt. "Grohnde ist aus!" sangen Menschen verbunden mit guten Neujahrswünschen. Aus einem mitgebrachten Musikgerät schallte das Lied "An Tagen wie diesen" von den Toten Hosen, das mich vor der Kulisse der zwei nun abkühlenden Kühltürme wirklich bewegte. Und als die letzte Strophe "Kein Ende in Sicht" dieser Hymne ertönte, wurde mir die Anmaßung, die Hybris des Menschen angesichts millionenjahrer Strahlenlast für unsere Kindeskinderkinder deutlich. Kein Ende in Sicht, trotz Abschaltung. Enkeltauglich ist Atomkraft nie gewesen, dafür leider ekeltauglich.