Pressemitteilungen


Das Verfahren „ Standortfindung Zwischenlager Würgassen“ gehört auf Null gesetzt

01.07.2020 

Herstelle. Das Verfahren zur Standortfindung eines Zwischenlagers in Würgassen hat von Anfang an die dringend erforderliche Notwendigkeit vertan, Vertrauen in der Bevölkerung in diesen Prozess aufzubauen. Im Gegenteil: Vertrauen ist weiter zerstört worden. Ein Neuanfang wäre zwingend geboten.

 

Darüber waren sich der Vorstand des "Atomfreies 3-Ländereck e.V." und Prof. Dr. Klaus Töpfer beim Gespräch in den Räumen der Burg Herstelle einig. In einer kleinen Runde haben sich die Vertreter der Bürgerinitiative und der ehem. Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit getroffen, um sich zum Stand auszutauschen.

 

Einig war man sich auch darüber, dass die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) ohne Beteiligung der Bevölkerung in dieser Region und ohne Berücksichtigung ihrer konkreten Bedenken dieses Projekt geplant hat. Eine Diskussion der Kriterien für die Standortauswahl in Würgassen hat nicht stattgefunden, obwohl gerade diese Kriterien in hohem Maße diskutierbar und zwingend diskutierbedürftig sind. Daher ist es weder akzeptabel noch vertrauensbildend, diesen Standort nun als "alternativlos" zu verfolgen. Die Kennzeichnung als "alternativlos" macht jeden offenen Austausch von Argumenten mit der Öffentlichkeit zu einer reinen Fassade.

 

Gerade diese Standortentscheidung muss von allen Anfang an transparent und offen für alternative Vorschläge sein und bleiben. Diese Transparenz ist nicht zuletzt zwingend geboten in Kenntnis der begründeten Besorgnisse und der Gefahr, dass Würgassen weit über den jetzt angegebenen Zeitraum von 30 Jahren als Lager für schwach und mittelradioaktive Abfälle genutzt werden müsste. Es muss der Nachweis erbracht werden, dass das geplante Endlager Schacht Konrad für den gesamten in Deutschland anfallenden Atommüll ausreicht und in der vorgegebenen Zeit in voller Kapazität verfügbar gemacht werden kann. Wenn über eine halbe Milliarde Euro in die Würgasser Weserlandschaft investiert würden, dann sei es sehr wahrscheinlich, dass dieser Standort über 30 Jahre hinweg genutzt würde, wenn weiter Bedarf an Zwischen- und Endlagern an schwach- bis mittelradioaktiven Atommüll besteht.

Bildunterschrift: Mit Prof. Dr. Klaus Töpfer auf der Burg Herstelle

v.l.n.r.: Hubertus Hartmann, Prof. Dr. Klaus Töpfer (vorn), Heinrich Wenisch, Edith Götz, Dirk Wilhelm, Petra Sporbeck-Hörning und Prof. Dr. Dr. Martin Hörning


Ratssitzung in Beverungen

Am Donnerstag, 25.06.2020, fand die Sitzung des Rats der Stadt Beverungen statt. Aufgrund des zu erwartenden Interesses zum Tagesordnungspunkt „ZBL Würgassen“ wurde die Sitzung in der Stadthalle abgehalten. Alle 50 zur Verfügung stehenden Zuschauerplätze waren belegt. Neben den üblichen Vertretern der BGZ (Herr Dr. Seeba, Herr Dr. Dretloff und Herr Möbius), war auch die BGE (Bundesgesellschaft für Endlagerung, Betreiber von Schacht Konrad), sowie der MdB Herr Christian Haase und der MdL Herr Goecken anwesend.

 

In Anbetracht der vielen, an diesen Abend abzuarbeitenden Tagesordnungspunkte, hatte ich als Vertreter der Bürgerinitiative „Atomfreies 3-Ländereck e.V.“ ebenso wie die Herren der BGZ jeweils 20 Minuten Redezeit um die jeweilige Position zum ZBL darzustellen. In der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit blieb mir nur, im Anschluss der Ausführungen der BGZ, die umfangreichen Kritikpunkte zum Vorhaben ZBL relativ kompakt vorzutragen. Dennoch fanden meine Ausführungen große Beachtung und positive Resonanz im Saal.

 

Im Anschluss zu den jeweiligen Vorstellungen äußerten die Vorsitzenden aller im Rat der Stadt Beverungen vertretenden Fraktionen ihre Bedenken. Diese nahmen geschlossen Position gegen das ZBL ein. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Ausführung von Frau Tewes (B90/Die Grünen), in der das von der BGZ im Standortauswahlverfahren angewandte Scoring als fehlerhaft und unzureichend belegt wurde.

 

Die CDU brachte zudem einen Antrag ein, nach dem Beverungen als Kommune das Areal des ehem. AKW Würgassen selbst für die Errichtung eines Industriegebiets verwenden will. So will man viele kleine und mittelständische Betriebe auf der, für die Stadt einzig für ein solches Vorhaben zur Verfügung stehenden, Fläche ansiedeln und dadurch nachhaltig Arbeitsplätze schaffen.

 

In nachfolgender Abstimmung fanden sowohl die sich klar gegen die Errichtung des ZBL aussprechende Resolution des Rats der Stadt Beverungen, als auch der Antrag der CDU auf dem Gelände ein Gewerbegebiet für viele Unternehmen zu errichten, einstimmige Zustimmung.

 

Fazit:

Das Vorhaben „Gewerbegebiet der Stadt Beverungen auf dem Gelände des ehem. AKW“ stellt in meinen Augen eine begrüßenswerte Handlung dar. Bewahrt man sich auf der einzig im Stadtgebiet verfügbaren, nennenswerten Gewerbefläche doch so die Möglichkeit selbst handeln und die zukünftige Entwicklung für den Wirtsschaftsstandort Beverungen gestalten zu können. Das sich zudem der gesamte Rat erneut klar gegen das ZBL ausgesprochen hat, meine Ausführungen vielfach in den Stellungnahmen der einzelnen Fraktionen bestätigt und untermauert wurden, ist ebenfalls ein sehr gutes Fakt für uns und unser Ziel das ZBL in Würgassen zu verhindern.


Der gemeinnützige Verein „Atomfreies 3-Ländereck e.V.“ hat seine eigene FB-Präsenz  

20.06.2020 

Dreiländereck. Mit der Einrichtung einer eigenen Facebook-Gruppe erweitert der Verein die Möglichkeiten, den Widerstand gegen das geplante ZBL in Würgassen professioneller organisieren zu können. Die zuvor genutzte Plattform „Contra Atomlager Würgassen“ befindet sich im Besitz einer privaten, dem Vereinsvorstand nicht angehörigen Person. Mit Vereinsgründung erfolgt nun der logische Schritt hin zur eigenen Facebook-Präsenz. 

 

Neben dieser „privaten“ FB-Gruppe des Vereins, in der lediglich angemeldete Gruppenmitglieder Inhalte lesen und gestalten können, bietet der Verein zudem eine öffentlich zugängliche Facebook-Seite. Auf dieser können alle Interessierten, auch ohne Registrierung, die dort zur Verfügung gestellten Inhalte lesen und gerne teilen. Die Facebook-Seite versteht sich als Ergänzung zur offiziellen Internetseite des e.V. „atomfreies-dle.de“

 

„Analog“ kann zudem jeder den Widerstand gegen das geplante Atom-Lager durch eine eigene Fördermitgliedschaft im gemeinnützigen Verein unterstützen. Den hierfür notwendigen Antrag erhält man online im Internet, oder vor Ort an einer der vielen Ausgabestellen von Informationsmaterial und den bekannten „W“-Aufklebern des e.V.

 


Auch aus Höxter ein klares NEIN

 

Höxter. In seiner gestrigen Sitzung, hat sich der  Höxteraner Kreis- und Finanzausschuss zunächst mit dem geplanten "Zentralen Bereitstellungslager" (ZBL) in Würgassen befasst. 

 

Nach der Begrüssung der anwesenden Ratsmitglieder durch Landrat Spieker, stellte zunächst die BGZ, vertreten durch die Herren Dr. Seeba, Möbius und  Dr. Drotleff, das geplante Projekt vor.

 

Anschliessend wurde Dirk Wilhelm, 1. Vorsitzender des Vereins Atomfreies 3-Ländereck e. V. das Wort erteilt. 

 

 

Er machte deutlich, dass weder die vorhandene Infrastruktur noch das Gelände selbst in keiner Weise für die Errichtung eines Zwischenlagers geeignet sind. Hinzu kämen grosse Zweifel bei der Dimensionierung der Halle von 60.000 m3. Da schon jetzt klar sei, dass der Schacht Konrad für die vorhandene Menge Atommüll nicht ausreicht steht die Frage unbeantwortet im Raum, ob die vollkommen überdimensionierte Halle am Ende nicht doch ein Lager für sehr lange Zeiträume werden wird.

 

Und so konnte dann auch Dr. Drotleff von der BGZ nicht mit den Beteuerungen überzeugen, dass in der geplanten Halle kein Öffnen der Behälter und anschließendes durchmischen bzw. umpacken des Atommülls stattfinden soll. Vielmehr war hier in Höxter die Rede von gleich zwei notwendigen Quessons die das eventuelle Austreten gefährlicher Stoffe in die Umwelt bei eventuell doch notwendigen Arbeiten an den angelieferten Behältern sicher verhindern sollen, obwohl er bei seinem Bericht vor dem Kreistag in Holzminden nur von einem Quesson sprach.

 

 

Anschliessend gab es einige Fragen und Statements der Kreistagsmitglieder, bei denen sich Rolf-Dieter Crois (SPD) und Stephan Böker (CDU) klar gegen das Vorhaben der BGZ aussprachen. 

 

Der Landtagsabgeordnete Matthias Goeken (CDU) wies auf die mangelhafte Infrastruktur in der Region mit weiten Entfernungen zu allen Autobahnanschlüssen hin, um deren Verbesserung man sich seit Jahren vergeblich bemühe, und die den Standort für ein Projekt mit einer derartig umfangreichen Logistik ungeeignet erscheinen liesse. Dass 10 täglich geplante Atommülltransporte über die vorhandene Bahnstrecke zudem den Personennahverkehr mit derzeit 16 Zügen pro Tag nahezu zum Erliegen bringen würden, sei nicht akzeptabel.

 

 

Abschliessend schloss sich der Höxteraner Kreis- und Finanzausschuss- dem Resolutionsentwurf der Stadt Beverungen an, der sich klar und deutlich gegen das ZBL ausspricht!

 

 

Am Rande der Veranstaltung trafen sich Mitglieder der BI mit zwei Uslarern, die  eine Unterstützergruppe aufbauen möchten, um auch dort die Bürger darüber aufzuklären, was in Würgassen geplant ist und welche Auswirkungen das auf die Region Uslar haben wird. Eine enge Zusammenarbeit wurde vereinbart. 

Fotos: privat


Planung des Logistikzentrums Würgassen ist unlogisch

 

Borgentreich. Kurz vor Beginn der Corona-Zeiten überraschte die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) mit der Ankündigung auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerkes Würgassen ein sogenanntes Bereitstellungslager für schwach und mittelradioaktive Abfälle errichten zu wollen. Während es seitdem noch nicht einmal eine erste Bürgerinformationsveranstaltung gab, forciert die BGZ den Prozess der Standorterkundung mit bereits begonnenen Bodenuntersuchungen. Viele Menschen fühlen sich von diesem Vorgehen überrumpelt und halten es für unseriös. Als Sprachrohr dieser Bürgerinnen und Bürger entstand in kürzester Zeit die Bürgerinitiative Atomfreies 3-Ländereck e.V..

Unter strikter Einhaltung der aktuell geltenden Abstandsregelungen trafen sich nun Vertreter der Vorstände dieser neu gegründeten BI mit Vertretern der BI lebenswertes Bördeland und Diemeltal in deren Geschäftsstelle im Steinernen Haus in Borgentreich. 

Übereinstimmend hegen beide Initiativen große Zweifel an der Kommunikation des BGZ zur  Notwendigkeit eines Zwischenlagers. Das Vorhaben atomaren Müll unterschiedlicher Strahlungsintensität vor der Einlagerung in das Endlager Schacht Konrad in einem Zwischenlager auf ein verträgliches Maß angelehnt an die genehmigten Einlagerungsmengen zusammen zu mixen, wird in Fachkreisen überaus kritisch beurteilt. Dabei hätten die vielen zusätzlichen Transporte aus allen deutschen Atomkraftwerken und Forschungsanlagen über den Umweg zu einem Zwischenlager erhebliche Dimensionen: etwa 400 LKW und 200 Güterzüge gefüllt mit Atommüll würden jeden Monat durch die Region rollen. Nach dem Willen der BGZ wäre das die Region um Würgassen. Unabhängig von der anhand der Auswahlkriterien nicht nachvollziehbaren Standortwahl, stellen die BI´s die Notwendigkeit eines Zwischenlagers komplett in Frage.

Noch viel misstrauischer macht zudem die Dimensionierung der neu zu errichtenden Halle für das geplante Logistikzentrum, das die laut Planungsunterlagen vorgegebenen Lagerkapazitäten ohne einen von der BGZ kommunizierten plausiblen Grund um ein Vielfaches übersteigt. Vor dem Hintergrund das Fachleute Schacht Konrad als Endlager für Atommüll für ungeeignet halten, es längst nicht mehr den gültigen Standards entspricht und somit heute nicht mehr genehmigungsfähig wäre, lässt der geplante völlig überdimensionierte Bau einer Halle nur den Rückschluss zu, das Würgassen zumindest optional auch als „ewiges Zwischenlager“ umfunktioniert werden könnte.

Beide BI´s sehen es daher als wichtige Aufgabe an, die Bevölkerung auch mit den Informationen zu versorgen, die die BGZ auslässt. Dabei blickt Josef Jacobi aus den Reihen der BI Bördeland auf über 40-jährige Erfahrungen mit der sogenannte Informationspolitik der Atomindustrie zurück und konnte u.a. in den frühen 1980er Jahren mit dazu beitragen, das im nordhessischen Wethen keine Wiederaufbereitungsanlage für Atommüll gebaut wurde. 

In den Reihen der BI Atomfreies 3-Ländereck e.V. bündelt sich insbesondere in Person Ihres Sprechers eine hohe fachliche Kompetenz, die sich Dirk Wilhelm nicht zuletzt auch als ehemaliger Mitarbeiter im damaligen Atomkraftwerk Würgassen erworben hat und die jetzt notwendig ist für eine sachliche Auseinandersetzung 

Das Treffen beider Vereine diente dazu, das weitere strategische Vorgehen abzustimmen sowie Kräfte und Fähigkeiten zu bündeln. Während die BGZ über einen großen hauptamtlich besetzten Apparat verfügt, müssen die lokalen Widerständler ehrenamtlich die Mammutaufgabe stemmen, die Bevölkerung mit allen zur Beurteilung des Vorhabens notwendigen Informationen zu versorgen, das Netzwerk zu Politik und Verwaltung enger zu stricken, die Protestbewegung auch während der Corona-Zeit sichtbar zu machen und zukünftig möglicherweise Gutachter einzuschalten.

Beide Initiativen sehen eine realistische Chance darin, dass die Region geschlossen gegen das geplante Logistikzentrum agiert und genau darin auch besteht die Möglichkeit  es zu verhindern. Das wäre zudem ein wichtiger Beitrag,  um eine neue gesellschaftliche Verständigung über den Umgang mit Atommüll nach den heutigen Standards von Wissenschaft und Technik anzustoßen.

Weitere aktuelle Informationen zum Thema liefert der Verein Atomfreies 3-Ländereck e.V. auf der Webseite: http://www.atomfreies-dle.de/. Dort findet sich auch der Antrag auf Fördermitgliedschaft, wodurch jeder volljährige Bewohner, nicht nur aus  der Region, den Widerstand gegen das Lager aktiv unterstützen und Widerstand leisten kann. 

Bildunterschrift:

Trafen sich zu einem intensiven Austausch über das geplante Bereitstellungslager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Würgassen

 

Bild 7: (v.l.): Rainer Mues, Hubertus Hartmann, Dirk Wilhelm, Josef Jacobi und Sven Mindermann (Foto: Günter Schumacher)

"Atomfreies 3-Ländereck" ist jetzt gemeinnütziger Verein - Die 100%-Online-Gründung ist vollbracht 

 

Die Bürgerinitiative gegen atomaren Dreck im Dreiländereck hat sich neu aufgestellt: Jetzt ist der gemeinnützige Verein „Atomfreies 3-Ländereck e.V.“ gegründet worden - ein wichtiger Schritt, um sich den raschen Entwicklungen beim Versuch, Würgassen zum Umschlagplatz und die Region rund um das Dreiländereck zur Transportstrecke für den gesamten schwach- und mittelradioaktiven Atommüll Deutschlands zu machen, besser entgegenstellen zu können.

„Trotz der erschwerten Situation durch die Kontaktbeschränkungen ist uns nun in kurzer Zeit wohl eine der ersten Vereinsgründungen gelungen, die komplett online stattgefunden hat", sind sich die Vorstandsmitglieder um den ersten Vorsitzenden, Dirk Wilhelm, sicher. 

 

Obwohl alle notwendigen Schritte für die Weiterentwicklung der Bürgerinitiative zum e.V. unter erschwerten Bedingungen und ohne ein einziges persönliches Treffen stattfinden mussten, haben die Vorstandsmitglieder, die sich noch bis vor kurzem zum Teil kaum kannten und aus allen drei unmittelbar betroffenen Bundesländern stammen, bereits bei dieser ersten "Bewährungsprobe" zusammengearbeitet wie ein Uhrwerk: die Ausarbeitung der Vereinssatzung, die Kommunikation mit Amtsgericht, Finanzamt und Bank – alles funktionierte reibungslos. „Das ist schon mal ein guter Anfang, der Hoffnung macht!", sind sich die Vorstandsmitglieder einig.

 

Die Mitglieder des Vorstands vom Verein Atomfreies 3-Ländereck e.V. sind ganz bewusst gewählt. So wurde neben den persönlichen Stärken auch auf den Wohnsitz geachtet. Der Vorsitzende Dirk Wilhelm, die beiden Stellvertreter Prof. Dr. Dr. Martin Hörning und Edith Götz, Schatzmeisterin Katrin Meyer sowie die vier Beisitzer*innen Dr. Thomas Fußgänger-May, Hubertus Hartmann, Heinrich Wenisch und Petra Sporbeck-Hörning wünschen sich nun viele engagierte Mitglieder, Unterstützer und Mitmacher für das gemeinsame weitere Vorgehen. 

„Mit dem neu gegründeten e.V. ist es jedem Gegner des Vorhabens möglich, einen persönlichen Beitrag zum Widerstand gegen das zentrale Bereitstellungslager einzubringen. Letztlich gilt es, Kräfte zu bündeln, Kompetenzen weiter auszubauen und Mittel für die sicherlich umfangreich notwendige Gegenwehr zu bilden.“, sagt Dirk Wilhelm und ergänzt, "Hierfür notwendige Mitgliedsanträge sind derzeit in Druck und werden in Kürze an vielen Stellen in der Region ausliegen. Der Antrag kann aber auch ab sofort online auf unserer Homepage atomfreies-dle.de heruntergeladen werden", teilt der 1. Vorsitzende mit.

Alle interessierten Personen sind beim Widerstand gegen das geplante zentrale Bereitstellungslager in Würgassen herzlich willkommen. Der gesamte Vorstand freut sich auf reges Interesse und breite Unterstützung!

 

Screenshot von der Videokonferenz bei der Gründung der Bürgerinitiative als Verein. Foto: BI Atomfreies 3-Ländereck
Screenshot von der Videokonferenz bei der Gründung der Bürgerinitiative als Verein. Foto: BI Atomfreies 3-Ländereck

Heute im Bundestag: Mangelnde Transparenz bei Atommüll-Standortsuche

Kritik am Geologiedatengesetz, das der Bundestag heute beschließen wird. Geologische Daten für Betroffene nicht wie versprochen umfassend einsehbar

Heute entscheidet der Bundestag über das Geologiedatengesetz. Mit diesem Gesetz wird unter anderem geregelt, welche geologischen Daten im Rahmen der Standortsuche für ein dauerhaftes Atommüll-Lager veröffentlicht werden und welche nicht. Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Für die Standortsuche braucht es maximale Transparenz für die Betroffenen. So wurde es am Anfang des Suchverfahrens auch versprochen. Nur wenn sämtliche Daten öffentlich einsehbar sind, können die Menschen in den für die Suche ausgewählten Gebieten selbst nachprüfen, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Das Geologiedatengesetz gewährleistet diese Transparenz nicht ausreichend. Wesentliche Daten werden nicht öffentlich einsehbar sein. Damit wird der Suchprozess für ein Atommüll-Lager schwer belastet. Angesichts der jahrzehntelangen Skandalgeschichte beim Umgang mit strahlenden Abfällen in Deutschland kann von den Betroffenen nicht erwartet werden, dass sie den staatlichen Institutionen blind vertrauen.“

Rückfragen an:
Jochen Stay, Sprecher von .ausgestrahlt, Tel. 0170-9358759
ausgestrahlt.de

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die Atomkraftgegner*innen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen.


Stellungnahme der Bürgerinitiative gegen atomaren Dreck im 3-Ländereck zur Vorgehensweise der BGZ und des Bundesumweltministeriums (BMU), ein zentrales Bereitstellungslager (ZBL) für das atomare Endlager Schacht Konrad errichten zu wollen

 

Nach der Ankündigung der BGZ vom 6.3.2020 aus dem Nichts, in Würgassen ein gigantisches Lager für die zeitweise Lagerung und den Durchgang des gesamten schwach- und mittelradioaktiven Atommülls Deutschlands errichten zu wollen, erreichen die Bürger nun mit einem moderierten Onlineforum sowie großformatigen „Informations“interviews unmittelbar vor Ostern und zudem während des Corona-Lockdowns weitere Versuche, diesem ungeheuerlichen Handstreich den Anschein eines regulären und transparenten Verfahrens geben zu wollen. Der aktuell von der BGZ gelenkte Monolog lässt nicht nur die Möglichkeit der Gegenargumentation vermissen, sondern schließt zudem eine große Gruppe von Menschen vollends vom „Dialog“ aus.

 

Dass Bürger und die Politik in der Region bei einem Projekt von derartiger Tragweite erst nach jahrelanger geheimer und bereits im Hinterzimmer abgeschlossener Planung überfallartig vor vollendete Tatsachen gestellt werden sollen, ist nicht hinnehmbar. Die erste Stellungnahme des BMU übernimmt vorbehaltlos die Aussagen und Absichtserklärungen einer GmbH, die ihre eigene Entscheidung mit Hilfe eines Auftragsgutachtens mit selbst zugeliefertem Datenmaterial zu untermauern versucht.

 

Mit der Corona-Krise erleben wir aktuell eine nie dagewesene Ausnahmesituation für alle Bürger, die teilweise mit ihrer gesamten Existenz betroffen sind und ohnehin unter extremer Belastung stehen. Sämtliche politische Gremien auf verschiedenen Ebenen arbeiten zudem nur eingeschränkt oder überhaupt nicht. Die Bürger haben aktuell nicht einmal die Möglichkeit, öffentlich miteinander in Kontakt zu treten, oder sind aufgrund ihrer persönlichen Situation in der Bewältigung der Corona-Krise zum Teil nur eingeschränkt handlungsfähig. Wir fordern daher das zuständige Umweltministerium als Gesellschafter der BGZ auf, weitere Planungen und Genehmigungsverfahren ab sofort bis zu dem Zeitpunkt zu stoppen, an dem die CoronaSituation es erlaubt, ein normales, gesellschaftliches und politisches Leben wieder aufzunehmen.

 

Erst zu diesem Zeitpunkt kann mit den Bürgern und der ortsansässigen Politik in einen angemessenen Dialog vor Ort unter Einbezug aller beteiligten Interessengruppen getreten werden. Als erster Schritt nach der Wiederaufnahme des gesamten Vorgangs - und vor jeglichen weiteren Maßnahmen - steht Svenja Schulze als verantwortliche Umweltministerin in der Verantwortung, sich bei einem Ortstermin zu diesem Verfahren zu äußern. Wir verwahren uns zudem ausdrücklich dagegen, dass vom BGZ als Ratingagentur mit selbstgebastelten Bewertungskriterien die verschiedenen möglichen Standorte gegeneinander ausgespielt werden. 

 

Sollte unserer Forderung, den Prozess zur Genehmigung und Errichtung des ZBL auszusetzen, unter Missachtung der von uns dargelegten Fakten nicht nachgekommen werden, ist davon auszugehen, dass den zur Zeit stark eingeschränkt handlungsfähigen und von dem Thema völlig überraschten Bürgern und der Politik offensichtlich unter Ausnutzung der derzeitigen Krisensituation die sonst üblichen Möglichkeiten der Meinungsbildung und des öffentlichen Engagements durch hastiges Vorgehen genommen werden sollen. Die Situation des nahezu völligen Stillstands des öffentlichen Lebens auszunutzen, wäre nicht nur eine Zumutung, sondern unredliches Handeln. 

Download
Pressemitteilung vom 14.04.2020
PM BI 14_04_2020.pdf
Adobe Acrobat Dokument 101.3 KB

Pressemitteilung zum 13.03.2020 

 

Zentrales Bereitstellungslager in Würgassen 

 

Wir sprechen ab jetzt nicht mehr von der Errichtung eines Logistikzentrums, sondern von einem zentralen Bereitstellungslager, atomares Endlager Schacht Konrad!

Das in Würgassen vorgesehene Lager ist mit einer Gesamtkapazität von ca. 60.000m3 extrem groß dimensioniert. Dies entspricht in etwa 1/5 der genehmigten Lagerkapazität des atomaren Endlagers Schacht Konrad.

 

Die Menschen im Dreiländereck haben mehrheitlich unter dem Bau, dem Betrieb und den Auswirkungen des AKW Würgassen gelitten. Es hat seit jeher Widerstand gegeben. Viele Menschen haben aufgrund des AKW die Region und ihre Heimat verlassen.

Nach Auslobung der grünen Wiese als erklärtes Rückbauziel, sind viele von ihnen zurückgekehrt. Andere haben in den letzten Jahren in unserem schönen Weserbergland eine neue Heimat gefunden und viel investiert.

 

Bereits vor 6 Jahren hat weitestgehend unbemerkt von der Bevölkerung, der Wandel weg von der grünen Wiese zum atomaren Zwischenlager stattgefunden.

Aktuell lagern ca. 5.000t radioaktiver Müll am Standort.

 

Zur Zeit erleben wir eine inakzeptable Intransparenz und Verschleierung seitens der BGZ. Der weit fortgeschrittene Prozess zur Standortfindung und Planung des Objekts “zentrales Bereitstellungslager Schacht Konrad “ an der Bevölkerung und an der Politik vorbei, ist gegenüber den Menschen im Weserbergland im höchsten Maße verwerflich.

 

Die Entscheidung ist nicht nur intransparent getroffen, sondern auch inhaltlich nicht nach sachlichen Gesichtspunkten gefällt worden.

Ausschlaggebend für den Standort Würgassen ist der Versuch, die Hindernisse im Genehmigungsverfahren am Schacht Konrad zu umgehen.

 

In der Stellungnahme der Entsorgungskommission von 2018, gibt es die klare Aussage:  Zitat : “… technisch gesehen hätte ein Bereitstellungslager direkt am Standort des Endlagers Konrad offensichtliche Vorteile…” weiter “… dass es Hindernisse für eine Realisierung am Standort des Endlagers gibt.”

 

 

 

Ausschlusskriterien Standort Würgassen:

 

• Der Abstand zur nächstgelegenen Wohnbebauung beträgt keine 300m

 

• Das Gelände befindet sich im hochwassergefährdeten Gebiet (der nahgelegene zweite Weserarm, die durch Starkregen gefährdete Region)

 

• Das Areal befindet sich in einem der acht militärischen Tieffluggebiete von Deutschland

 

• Es ist nur eine eingleisige, für den Güterverkehr bedingt geeignete Bahnstrecke vorhanden

 

• Die Entfernung zur Autobahnanschlussstelle Hann-Münden beträgt 50km, Warburg 38km und Nörten-Hardenberg 48km

 

• Die jeweiligen Wegstrecken sind ebenso wie die Wegführung über die B64/B83 (Beverungen, Holzminden, Echershausen Richtung Seesen) für hochfrequente Schwerlast und Gefahrguttransporte ungeeignet. Neben dem schlechten WegeAusbau führen diese u.A. durch zahlreiche Ortschaften und weisen zum Teil stark abschüssige Streckenführungen auf

 

Das zur Einlagerung genehmigte Gesamtvolumen von Schacht Konrad beträgt 303.000m3. Bedingt durch die An- und Abfahrt verdoppelt sich das zu transportierende Volumen, die zurückzulegende Transportstrecke und damit auch die Gefährdung für die gesamte Bevölkerung.

 

Abschließend weisen wir darauf hin, dass es über den Lagerbetrieb hinaus, im Regelbetrieb der Anlage zu einer Behandlung der atomaren Abfälle kommt. Bei diesem Prozess wird zwangsläufig Radioaktivität freigesetzt, welche auch unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte gesundheitsschädlich ist. 

 

Die Bürgerinitiative gegen atomaren Dreck im Dreiländereck lehnt die Errichtung eines zentralen Bereitstellungslagers ab und fordert die komplette Neubewertung der Abfallbehandlung und möglichen Endlagerung nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik.

 

Stand: 12.03.2020

 

Weitere Informationen Bürgerinitiative gegen atomaren Dreck im Dreiländereck: atomfreies-dle.jimdofree.com

ArbeitsgemeinschaG Schacht Konrad: ag-schatkonrad.de .ausgestrahlt.de 

 

atomfreies-dle.jimdofree.com atomfreies-dle@web.de

Bürgerinitiative gegen atomaren Dreck im Dreiländereck i.G.

Download
Pressemitteilung vom 13. März 2020
Erklärung der BI i.G, "Gegen Atomaren Dreck Im Dreiländereck"
pressemiteilung 13.03.20_.pdf
Adobe Acrobat Dokument 264.8 KB